Datenbankverwaltung in schön
Das Webtool phpMyAdmin zur Verwaltung von MySQL-Datenbanken findet auf vielen Webservern seinen Einsatz. Bisher gibt es auch wenig Alternativen. Zumindest keine Alternativen, die Gründe mit sich bringen, warum man sie unbedingt einmal testen sollte. Chive ist da anders: Dieses neue, sich selbst phpMyAdmin-Konkurrent nennende Verwaltungstool weiß durch eine durchdachte, moderne und schicke Oberfläche zu überzeugen und bringt neben den Basisfunktionen einige nützliche Zusatzfunktionen mit sich.
Die erste Besonderheit von Chive fällt direkt schon bei der Installation auf: Diese fehlt einfach, es gibt kein Setup. Mit einem Befehl auf der Linux-Befehlszeile wird das Archiv heruntergeladen, mit einem weiteren entpackt und schon ist Chive theoretisch einsatzbereit. Theoretisch, denn vorher müssen einige Bedingungen erfüllt werden: mod_rewrite muss aktiviert sein (was allerdings kein großer Akt ist) und die PHP-Erweiterungen php_pdo und php_pdo_mysql müssen installiert und geladen sein. Ferner wird MySQL 5 vorausgesetzt, welches jedoch ohnehin inzwischen auf den meisten Systemen Verwendung finden sollte.
Anschließend, nach der “Installation”, könnt Ihr Euch über den Browser mit Euren bestehenden MySQL-Anmeldedaten einloggen und werdet mit einer aufgeräumten Oberfläche begrüßt, welche Euch im Gegensatz zu phpMyAdmin nicht mit zahlreichen Eingabefeldern, Buttons und Informationen überfällt. Direkt ins Auge fallen zwei Eingabefelder für die Suchfunktionen, mit der sich Datenbanken und sogar bestimmte Datenbanktabellen schnell auffinden lassen. Gerade bei umfangreichen Datenbanksystemen wird Euch das viel Sucharbeit ersparen.
Für diese Suche und für viele weitere Bestandteile des Webtools wird übrigens AJAX verwendet. Das sorgt für einen sehr angenehmen Workflow und ist gegenüber phpMyAdmin ein deutlicher Pluspunkt. Überhaupt scheint phpMyAdmin im Vergleich zu Chive sehr altbacken und überladen.
Nach dem Selektieren einer Tabelle stehen gewohnte Mittel zu deren Manipulation zur Verfügung: Die Tabellenstruktur und die Daten können eingesehen und verändert werden, SQL-Dumps können eingespielt und erstellt werden (Import/Export) und weitere Aktionen können — ganz wie man es von der Konkurrenz kennt — schnell und einfach durchgeführt werden. Bei all diesen Funktionen setzt Chive — wie erwähnt — auf eine einfache, übersichtliche Anordnung aller Steuerungselemente und sorgt damit dafür, dass sich auch ungeübte Anwender schnell zurecht finden.
Ein besonderes Lob verdient der Editor zum Absetzen von SQL-Queries: Syntaxhervorhebung und Zeilennummerierung sowie Buttons zum Widerrufen und Wiederholen der Eingabe, ganz wie man es etwa aus der Textverarbeitung kennt, machen die Arbeit mit diesem Werkzeug zum Genuss. Eigentlich ist es ein Unding, dass der Platzhirsch phpMyAdmin einen solch funktionalen Editor noch immer nicht anbietet.
Die über den Editor abgesetzten SQL-Queries können übrigens auch als Lesezeichen gesichert werden. An dieser Stelle ist auch hervorzuheben, dass eine Funktion zur Verwaltung von SQL-Prozeduren vorhanden ist. phpMyAdmin bietet hier überhaupt nichts nur annähernd Vergleichbares an.
Fazit
Zusammengefasst handelt es sich bei Chive um eine sehr gute Alternative zu phpMyAdmin mit einer durchdachten Oberfläche und Funktionen wie die Verwaltung von SQL-Prozeduren und einen ausgereiften SQL-Editor, die das am weitesten verbreitete phpMyAdmin in den Schatten stellen. Chive ist kostenlos und steht für Apache-Systeme zur Verfügung. Die genauen Systemvoraussetzungen sowie einen Downloadlink und weitere Informationen findet Ihr auf der offiziellen Website.





Was nutzt Ihr für ein System zur Verwaltung von Datenbanken? Oder setzt Ihr voll und ganz auf die Konsole?
Ich freue mich auf Eure Kommentare zu diesem Thema!
Danke für den Tipp, habe das Tool vorher noch nicht gekannt. Da bekomme ich gleich richtig Lust phpMyAdmin von meiner Diskstation zu verbannen und durch Chive zu ersetzen
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Weitere Infos im Videopodcast
Wenn Ihr Euch näher über Chive informieren möchtet und dieses Webtool einmal in Aktion erleben wollt, dann solltet Ihr Folge 1 vom Wege durchs Netz-Videopodcast nicht verpassen. Demnächst hier auf wege-durchs-netz.de.
Autor dieses Artikels
Patrick Scheips
Kontakt per E-Mail: Patrick@Wege-durchs-Netz.deAutoren gesucht
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