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(Bald?) fest verdrahtet: Wired #1

24. September 2011 Kein Kommentar
Das Cover der ersten Deutschland-Ausgabe des "Wired"-Magazins

Wired — das ist ein Magazin, welches bereits seit Anfang der Neunziger Jahre in den USA erscheint und Anfang September auch in einer deutschen Version erhältlich ist. Und, das kann an dieser Stelle ruhig schon gesagt sein, sie hält, was ihr guter Ruf aus den Vereinigten Staaten verspricht.

Das Magazin Wired gehört zum Condé-Nast-Verlag und erschien am 8. September 2011 erstmals in Deutschland. Hinter der deutschen Ausgabe steht eine eigene Redaktion mit Sitz in München. Das Magazin richtet sich mit Themen rund um Netzkultur, Architektur, Politik und Design vornehmend an technikinteressierte Menschen.

Die Wired erschien hierzulande direkt zur Premiere nicht nur in einer gedruckten Version, sondern auch in Form eines digitalen Magazins für das iPad von Apple. Die gedruckte Ausgabe ist derzeit (d. h. im September) leider nur in einem Bundle mit dem Magazin GQ, einer Zeitschrift mit einer eindeutig männlichen Zielgruppe, erhältlich. Sicher mag ein Großteil der Wired-Leserschaft ohnehin männlich sein, aber natürlich nicht ausschließlich. Der Verlag hat sich daher dazu entschieden, diese Bündelung aufzuheben und die Wired ab Oktober auch einzeln anzubieten.

In der Premienausgabe beschäftigt sich die “Wired Deutschland” unter anderem mit dem Begriff des Geeks und der gesellschaftlichen Stellung eben jener. Ein gelungener Artikel, der auch gern als Einführung in die Wired an sich verstanden werden darf. Denn diese richtet sich — erfreulicherweise ganz offen — an Geeks. (Und wer den entsprechenden Artikel “Gebt Deutschland den Geeks” gelesen hat, der wird wissen, dass das ein positiver, wenn auch gesellschaftlich oft nicht als solcher wahrgenommener Begriff ist.)

Außerdem sind Kommentare von bekannten und bemerkenswerten Persönlichkeiten aus der Szene zu lesen. So steuern unter anderem Mario Sixtus und Richard Gutjahr ihre Meinungen zu vorwiegend netzpolitischen Themen bei.

Das Layout und die Illustration der Wired sind, wie man das vom amerikanischen Pendant her kennt, äußerst gelungen und wirken erfreulich unkonventionell.

Die interaktive iPad-Version

Die iPad-Version ist äußerst gelungen und keine 1:1-Kopie der Printversion. Dank interaktiver Elemente, 360-Grad-Ansichten, Videos und einer tollen Benutzerführung kommt hier gleich ein anderes Gefühl als bei der gedruckten Fassung auf. Darüber hinaus entfällt hier (naturgemäß) die derzeit noch vorhandene Bündelung mit der GQ, was sich positiv auf den Preis von 3,99 Euro (für die iPad-Version) auswirkt.

Kurzum: Die erste Ausgabe der Wired ist — sowohl in der Print- als auch in der interaktiven iPad-Version — sehr gut gelungen und macht Vorfreude auf die nächste Ausgabe. Bleibt nur zu hoffen, dass es die überhaupt geben wird — und das die Wired dann regelmäßig erscheinen wird. Alles andere wäre eine Schande und — nach Meinung des Autors dieses Artikels — beinahe so etwas wie ein kultureller Verlust. Ein Verlust von etwas, was man erst vor kurzem gewonnen hat. Absurd, aber doch so alltäglich.

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