Experiment gescheitert

Ende 2011 hat der öffentlich-rechtliche TV-Sender Das Erste die neue Vorabendshow mit Thomas Gottschalk vorgestellt, welcher Anfang vergangenen Jahres seinen Rückzug von Wetten, dass ..? angekündigt hatte. Im Januar diesen Jahres gestartet, soll nun bereits im Juni wieder Schluss sein mit Gottschalk live. Grund: Die niedrigen Einschaltquoten.

Ein durchschnittlicher Marktanteil von 10 % wurde vertraglich zugesichert, knapp die Hälfte sind es im Schnitt geworden. Mit zuletzt knapp einer Millionen bis hin zu eineinhalbmillionen Zuschauern konnte sich das Format damit scheinbar nie wirklich etablieren — auch wenn das innerhalb der paar Monate auch gar nicht so einfach gewesen sein dürfte.

Rettungsversuche

Das Experiment ist also gescheitert — obwohl der kränkelnde Patient zuletzt erst eine Kur erhalten hat: Das Studio wurde umgebaut, Zuschauer ins Studio geholt, die Redaktion aus dem Studio verbannt, die Einbindung von Social Media-Inhalten rausgeworfen und zuletzt wurde die Vorabendsendung aus Berlin dann auch noch aufgezeichnet. Doch geholfen hat all dies nicht: Die ARD-Intendaten haben am 18. April über das Aus der Sendung ab dem 7. Juni entschieden.

Gottschalk schien stets hinter der Show gestanden zu haben; im Laufe der Zeit hat er — sogar — gelernt, seine Gäste ausreden zu lassen und schien auf die Themen der Sendung gut vorbereitet zu sein. Der verpatze Start mit Werbeclips, die den Fluss der Sendung unterbrachen und buchstäblich ins Wort gefallen sind schien man aber viele der Anfangs noch vier Millionen Zuschauer vergrault zu haben. Die Einbindung der Werbung war zuletzt zwar wesentlich besser — doch mitbekommen haben das offenbar nicht viele.

Erfahrungen mit niedrigen Quoten

Oft wurde kritisiert, dass „teure Rundfunkgebühren“ für Gottschalk live genutzt würden — und dabei ist das gar nicht richtig. Denn als Vorabendsendung wurde und wird Gottschalks Vorabendshow ausschließlich durch Werbeeinnahmen finanziert. Auf Kosten der Gebührenzahler ging das Experiment also nicht.

Thomas Gottschalk, der von diesem Flop sicher kein Trauma erleiden wird — hat er damals im Privatfernsehem doch Formate mit ähnlichen Quoten präsentiert —, wird sicher an einer anderen Stelle im Programm der ARD wieder zu sehen sein. Wahrscheinlich mit einer Show im Abendprogramm und damit außerhalb der Todeszone. Die muss Das Erste dann mit neuen Inhalten füllen.

Ob diese mehr Zuschauer erreichen als Gottschalk live, bleibt allerdings abzuwarten.

Patrick Scheips

Patrick Scheips, Jahrgang 1990, Gründer dieser Webseite, ist ausgebildeter Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung, studiert derzeit Kognitive Informatik an der Uni Bielefeld und sucht sich seit gut sieben Jahren seine Wege durchs Netz. Die Bezeichnung (s)einer Person als "Computer- und Internetjunkie" sieht er durchweg positiv. Seit 2005 ist Patrick bekennender und überzeugter Mac-User und in einigen Aspekten wohl jemand, den man als Apple-Fanboy bezeichnen würde.

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